Archiv für den Monat Juni 2011

Sucker Punch (2011)

Zack Snyder ist anscheinend nicht unbedingt der Hellste. Nachdem seine Comicverfilmung 300 vielerorts auf kritische Gegenstimmen traf, die dem Film (zu Recht) versteckten Faschismus und (ebenfalls zu Recht) westliche Propaganda vorwarf, rechtfertigte Snyder diese eventuellen Botschaften mit der Begründung, er hätte sich dabei nichts gedacht. Nun; Snyder hat nach seiner halbwegs überzeugenden Adaption von WATCHMEN begonnen sich etwas zu denken und zum ersten Mal in seiner Karriere als Filmeschaffender, einen eigenen Stoff inszeniert.
Nach Sichtung des Selbigen muss jedoch gesagt werden, dass Snyder das Denken lieber weiterhin anderen überlassen sollte und sich rein auf die bildnerische Interpretation bereits durchgekauter Stoffe beschränken sollte, denn SUCKER PUNCH ist alles andere als ein guter Film.

Mit einem Hang zur Überinszenierung und Ästhetisierung der Leere, erzählt Snyder die angeblich verwinkelte Geschichte der namenlosen Protagonistin, die im Laufe der Objektivierung der männlich dominierten Welt nur noch „Babydoll“ genannt wird. Um aus den schrecklichen Alltag der Irrenanstalt zu entfliehen, erschafft sich Babydoll eine Fantasiewelt (in mehreren Ebenen), in der ihr es möglich ist, die Erniedrigungen der realen Welt zu verarbeiten, bzw. umzukehren. Dass Snyder hierbei keinerlei Wert auf die Entwicklung seiner Figuren legt und sie lediglich als Mittel zum Zweck verwendet, sollte generell mal mit Stirnrunzel begutachtet werden. Dass der Film jedoch einen Anspruch auf „feministische“ Botschaften und Parallelen zu einer „männerdominierten Welt“ zieht, kann auch nur Kritikern und dem Filmschaffenden selbst über die Lippen gelangen, die jeweils nicht einsehen wollen, dass es sich bei SUCKER PUNCH um ein banales Actionfeuerwerk handelt.

An sich ist wäre die Idee hinter einem fantasievollen Actionfilm – von mir aus auch mit (ärgerlicher) Pseudo-Message – der mit seinen eindrucksvollen Bildern (die SUCKER PUNCH durchaus zu bieten hat), die Zuschauer fesselt ja nicht schlecht – leider sind die sogenannten Fantasyelemente zum einem so überladen und hauptsächliche auf videospielartige Kampszenen beschränkt und zum Anderem so dermaßen irrelevant und bezugslos zu der Welt im Film, dass es – trotz Bildgewalt – schlicht langweilig ist, ihnen zu frönen. Übrig bleibt letzten Endes eine leere Hülle, die von Regisseur und Scriptwriter Snyder ungerechtfertigt als vielschichtiges Kino bezeichnet wird – und zu aller Überraschung von Vielen auch als solches gesehen wird.

Wer sich in diesem Sinne für Filme, die sich den Geist zur Realitätsflucht als Thema angeeignet haben, interessiert sollte lieber zu Burtons BIG FISH oder Gilliams BRAZIL greifen.

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5150, Rue de Ormes (2009)

Der junge Amateurfilmer Yannick baut bei einer Erkundungstür durch seine neue Nachbarschaft einen Unfall mit seinem Fahrrad und bittet daraufhin einen Mann um Hilfe. Dieser nimmt ihn auch gleich wohlwollend in seinem Heim – der 5150 Rue de Ormes – auf, jedoch anders als es sich Yannick vorgestellt hat. Bald ist der junge Student gezwungen, sich mit dem Hausbesitzer und Familienvater in einem aussichtslosen Duell zu messen, welches er nur überleben kann, wenn er seinen neuen Meister besiegt …

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