passen sie jetzt sehr gut auf

Es hat keinen Zweck, die Spannung künstlich zu erhalten; ich sterbe am Ende dieser Geschichte, einen großen Teil des Geschehens entspringt meiner Fantasie, David gibt es nicht wirklich und ich küsse sie auf Seite 93 oder 117, kommt darauf an, ob das Kapitel mit dem unsichtbaren Stern (welches ich mir ebenso total aus den Finger gesaugt habe um eben die bald zu küssende Person zu beeindrucken) mit rein genommen oder zu Gunsten der Leser ausgelassen wird. Das ist alles sehr schade, vor allem letzteres, da ich sie wirklich sehr gerne noch einmal geküsst hätte. Und natürlich, dass ich sterbe, aber allen voran, hätte ich sie wirklich, wirklich gerne noch einmal geküsst. Doch das sollte aus mehreren Gründen nicht möglich sein, einer davon wäre der Umstand, dass David ihr den Kopf mit einem Wörterbuch einschlägt. Keine Angst, auf weitere Details wird eingegangen. Überhaupt werde ich versuchen, alles notwendige zu erklären und zu erläutern. Nur nicht zur seiner Zeit. Weshalb ich das alles bereits jetzt vorwegnehme? Nun, sie werden es ohnehin erfahren, sollten sie weiter lesen. Und für jene, die es nicht tun; ich verstehe, es geht vollkommen in Ordnung, Sie verpassen nichts, versprochen, für euch habe ich es geschrieben. Eigentlich sollten Sie das ja alles noch nicht wissen, mein Tod, Davids Nonexistenz, den Kuss und die ganze erfundene Sache. Aber das macht es mir etwas einfacher und unter uns; ihnen wäre es doch auch missfallen,wenn ich zum Schluss offenbare, dass der ganze Mist für die Katz’ war. Also, machen wir es gleich so: Sie wissen es, sie wissen es auch, und ich muss mir keinen Druck machen. Zudem werden Sie sich die Rezension am Anfang schon durchgelesen haben, oder? Ich mache dem Verfasser keinen Vorwurf, er hat gut erkannt, dass ich die meiste Zeit unter Drogen stand, als ich es schrieb und ebenso als es mir passiert ist. Diesbezüglich möchte ich jedoch einwerfen, das alles was hier geschrieben steht und Sie in Begriff sind zu lesen, mir auch wirklich so passiert ist. Also die Sache mit David, die erfundenen Teile und der Kuss. Und der Tod. Zur meiner Verteidigung; ich wusste ja nicht, dass es das alles nicht gibt, nicht geben kann und ja, hätte ich aufgepasst, hätte es mir durchaus auffallen sollen, aber ich war verfickt noch mal sehr, sehr abgelenkt (Siehe S. 93 bzw. 117).

Gut, bisher wissen wir, dass zwei Personen sterben und eine dritte nicht existiert. Ich versuche auch nicht all zu verwirrend zu sein und sehe zu, bei der Sache zu bleiben. Dies ist ein Problem, welches mir des öfteren mitgeteilt wurde, das und das ich nicht weiß, was ich mit meinen Händen machen soll, während ich Geschichten erzähle. Zum Glück sehen Sie meine Hände nicht und bei der Sache zu bleiben, sollte kein Problem sein, solange Sie mich nicht unterbrechen. Tut mir Leid, das war anmaßend. Unterbrechen Sie mich bitte, stellen Sie mir fragen, sollte etwas nicht klar sein, immerhin ist es wichtig, dass Sie am Ende alles ganz genau nach erzählen können. Wie ich vorhin erwähnt habe, steht das Ende der Welt, oder einer Welt, kommt ganz darauf an, aus welcher Position man das ganze beobachtet, vor der Tür.

Doch, das habe ich erwähnt. Gleich im ersten Satz. Da steht klar und deutlich, ich sterbe am Ende dieser Geschichte, einen großen Teil des Geschehens entspringt meiner Fantasie, David gibt es nicht wirklich, ich küsse sie auf Seite 93 oder 117 und wenn sie hier nicht aufpassen, geht die Welt unter. Sie brauchen gar nicht umblättern, ich weiß, was ich schreibe. Einigen wir uns darauf, dass sie ab jetzt aufpassen und ich lege auch den Joint weg. Versprochen.

Also, sollte etwas nicht klar sein, stellen Sie ruhig fragen. Auch wenn ich gerne angeschrien werde (das erkläre ich später) wird es Ihnen leider kaum etwas bringen, dieses Buch anzubrüllen, da ich Sie durch Papier nicht hören kann. Außerdem bin ich tot (ich unterstelle Ihnen diesmal nicht, dass Ihre Aufmerksamkeit meiner gleicht, denn ich weiß, dass man sich an das Tot-Sein von jemanden erst gewöhnen muss, vor allem, wenn er vom Ende der Welt berichtet und so, da kann diese Tatsache schon mal untergehen).

Vielleicht sollte ich, bevor wir beginnen, ein paar grundlegende Fragen klären, der eine oder andere wird sich sicher nämlich schon folgendes gefragt haben:

  1. Wie kann ich von meinen Geschehnissen berichten wenn ich tot bin?
  2. Warum geht die Welt unter?
  3. Wann geht die Welt unter?
  4. Meine ich das ernst?
  5. Warte, warte. Woher weiß ich, dass das stimmt?
  6. Wer ist die Person die ich küsse?
  7. Würde ich lügen um meiner Geschichte die nötige Würze zu verleihen?
  8. Kann ich deine Telefonnummer haben?
  9. Welche Musik höre ich gerne?
  10. Gibt es noch etwas Hasch?

Beginnen wir von hinten.

10.Ja, gibt es und ich würde mich freuen, wenn Sie nicht gleich alles verbrauchen.

09. Vorwiegend höre ich aggressiven Girliepop, aber davon wurde mir in meinem Freundeskreis, zumindest als ich noch einen hatte, dringend abgeraten. Da ich aber mit deren exquisiten Geschmack des kanadischen Folk-Post-Rock nichts anfangen konnte, haben sich mein Freundeskreis und ich auf elektronische Alternative geeinigt. Die Mitte von Ke$ha und godspeed you! black emperor ist demzufolge Does It Offend You, Yeah?. Jetzt gerade – und jetzt gerade ist sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr – ich kann es wirklich nicht genug betonen, deswegen schreibe ich es kursiv, damit Sie merken, dass es mir ernst ist – sehr relativ – läuft Monarchy „Disintegration feat. Dita von Teese“. Für den notwendigen ammount of electropop.

08. Wenn Sie mir das Du-Wort anbieten, gerne. Schick ich mir diesbezüglich eine SMS an 0680 11 76550 und lade mich auf ein Bier ein.

07. Niemals.

06. Die Liebe meines Lebens. Das ist ziemlich blöd und ziemlich logisch, aus folgenden Gründen. Blöd, weil sie stirbt und – sollten wir uns dann endlich auf dieses Bier treffen, von dem du vorhin geredet hast – in einem Gespräch kommt der Satz „Die Liebe meines Lebens wurde von einem Irren getötet“ ist jetzt nicht so der Burner. Und logisch, weil mein Leben nicht sehr lange anhielt und der Teil, der mit Liebe verbunden war beschränkt sich auf circa 6%. Ich habe es ausgerechnet und gerundet, periodischen Zahlen sind nicht wirklich was, für eine Erzählung. (*Für alle die es dennoch interessiert; ich war, als ich starb 25 Jahre, 3 Monate und 16 Tage alt, was einem Gesamtsatz von 9239 Tagen ausmacht. 547 Tage 20 Stunden 38 Minuten und 24 Sekunden davon war ich verliebt. Das macht umgerechnet – und die Mathematiker unter euch können das ausrechnen – genau 5,9 periodisch, gerundet.)

05. Fragt einen Mathematiker oder übt Prozent rechnen. Oder glaubt mir einfach. Wie gesagt, ich würde doch nicht lügen. Außerdem bin ich tot und irgendwie kann man eine gewisse mathematische Allwissenheit doch vorraussetzen.

04. Nun, ja. Ich habe sie zumindest vorrausgesetzt. Als sie dann nicht einsetzte, die Allwissenheit, mathematisch als auch generell, war ich doch etwas enttäuscht. Das Tod-Sein birgt weniger Spannung in sich, als man es sich denken könnte. Die Wahrheit ist, dass ich mich einige Male verrechnet habe. Aber das tut nichts zur Sache – ich hab ja Zeit.

03. Apropos. Zeit, ja. Das ist so eine Sache. Eigentlich, und in dem Wort eigentlich steckt ja stets ein Widerspruch, ist die Welt ja schon untergegangen. Und ich berichte euch davon aus der Zukunft, aber in einer Vergangenheit. Das ist durchaus verwirrend, deswegen würde ich vorschlagen, wir lassen diese Frage mal beiseite oder ihr setzt euch jetzt hin und ließt Slaughterhouse 5 von Vonnegut. Der erklärt das ganz gut.

02. Wegen mir, aber ich kann das noch gerade biegen. Dafür brauche ich aber euch. Also, bitte. Bitte passt auf.

01. Gut, diese Frage, könnt ihr euch doch mittlerweile selbst beantworten. Ich schreibe, also bin ich und ich bin hier, wo ihr mich nicht fassen könnt. Früher habe ich das Tod genannt, den jetzigen Namen habe ich noch nicht gelernt zu schreiben (und man weigert sich ihn mir zu buchstabieren) und ihn euch zu erläutern wäre ebenso ein Nullsummenspiel, da ihr es dann doch nur mit „Tod“ gleichsetzen würdet. Also belassen wir es dabei. Ach und bevor mich wer unterbricht, weil Leben nach dem Sterben und so: 42 stimmt wahrscheinlich, da sind sie sich noch nicht sicher. Für alle Agnostiker; was weiß ich. Alle anderen; nein. Und ewig ist es im menschlichen Sinne nur bedingt. Okay? Gut. Für all jene, die sich nicht pflanzen lassen, ich weiß, das hat die Frage nicht beantwortet. Gut aufgepasst, ich hoffe, ihr hält eure Motivation bis zum Ende. In Wirklichkeit bin ich in einem Zustand von nahtloser Erschaffungsgabe, sprich, meine Wörter formen sich vor meinem jetzigen materiellen Zustand, der leider immer noch mein etwas plumper Körper ist, quasi in Luft und in Luft auf und gelangen von selbst auf ein Medium eurer, meiner, unserer Wahl. Ich hoffe ja inständig, dass es ein Buch ist. Oder wenigstens ein Manuskript. Bitte, lass es kein Blog sein. Gott (nein), ich hasse Blogs.

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Ein Gedanke zu „passen sie jetzt sehr gut auf

  1. […] passt. Die chronologisch, aber wahrscheinlich/vielleicht nicht so sortierten Teile findet man hier: uno dos tres. Mit diesen Worten. Cuatro cinco cinco seis. Gute Nacht, […]

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