passen sie jetzt gut auf: judith

Es roch nach Regen, als Judith zum ersten Mal bewusst wurde, dass sie niemals glücklich sein werde. Es handelte sich dabei um einen nicht all zu kalten Aprilmorgen, der ihr durch das Fenster begegnete. Sie stand früh auf und entschied sich noch während des Zähne putzen, heute nicht in die Schule zu gehen. Judith zog sich flüchtig an (ein Longsleeve mit dem verblassten Aufdruck des Logos der Band Muse, die Jogginghose in der sie geschlafen hatte beließ sie gleich an und Sandalen über den grauen Socken, die später noch nass werden sollten) und trat in die weckende Frühlingsluft. Der Himmel war verhangen und der Boden trocken, ihr Atem fühlte sich warm an, als sie zur Busstation trottete. Der Regenduft lag stark zwischen den Gassen der bereits erwachten Stadt – Judith konnte ihn auf ihrer Zunge schmecken und sie zog stark durch die Nase ein – doch auch die Fassade zeigte keine Anzeichen von Nässe. Im Bus laß sie die letzten Seiten des Buches, dass er ihr geschenkt hatte – Vincent von Joey Goebel – da sie gestern Abend beim letzten Kapitel eingeschlafen war. Sie weinte dabei kurz, doch es fiel den Leuten nicht auf; sie blickte entweder starr auf die bleichen Buchseiten oder auf die beschmutzte Fensterscheibe, wischte sich mit dem Ärmeln unauffälig die Tränen von der Wange und legte dann ruhig beide Hände auf das Buch. Es war kein sonderlich trauriges Ende, zumindest keines, welches Judith jetzt besonders erschrocken oder bewegt hätte – passend, war ihr Gedanke dazu und sie spielte ein Lied von Emily Haines in ihrem Kopf dazu ab – doch die Erinnerung an ihn keimte jedes Mal auf, wenn sie sich das Cover ansah. Sie schlug es am Beginn wieder auf und nur das Schmutzblatt trennte sie von der Widmung, die er ihr hinterlassen hatte, doch sie wagte es dann doch nicht, sie ein weiteres Mal zu lesen, zu groß war die Gefahr, doch in warmen Tränen auszurutschen und zu fallen und so wollte sie dem Bäckergesellen doch nicht gegenüber treten. Dieser kannte sie flüchitg – wenn man „vom Sehen“ mit flüchtig überhaupt umschreiben kann – da Judith sich oft ihr Frühstück vor der Schule bei seiner Backfilliale besorgte (meißt eine Topfentasche und einen, nicht sonderlich empfehlenswerten Kaffee, doch sie nahm, was sie in dem kurzen Zeitrahmen zwischen Bus und Straßenbahn-Wartezeiten nehmen konnte) und auch wenn es egal sein konnte, wäre es ihr doch unangenehm gewesen, hätte sie dem Jungen mit verweinten Augen gegenübertreten müssen. Contenance. Das schlimmste, was passieren konnte, war, dass er sie auf ihr Wohlbefinden hätte ansprechen könnte und ein Gespräch hätte sie an diesen Morgen nicht mehr auf die Reihe bekommen. Letztendlich ging alles seine rechten Wege und der junge Bäcker (oder eher Verkäufer, Judith wusste nicht, ob die Menschen die in den Ketten der Backstuben auch selbst backen konnten)  bemerkte ihren etwas aufgelösten Zustand nicht uns schenkte ihr wie immer ein besonders herzliches Lächeln. Sie wusste dabei nie, ob er nur sie oder jedes Mädchen oder sowieso jeden so anlächelte und ob sie sich deswegen Gedanken machen konnte, oder brauchte, oder durfte, oder sollte und so ließ sie es dann meistens bleiben und eilte schnell in die Richtung der nicht selten bereits heranfahrenden Straßenbahn (Judiths Zeitplan war genau getimed; auch wenn sie vieles – und es war so vieles – nicht auf die Reihe bekam, schaffte sie es wenigstens alles planbare in ihrem Leben auf die kleinste Variable herabzubrechen und genau zu bestimmen  – darunter vielen leider nicht Gefühle und depressive Gedanken). Heute kehrte sie auf dem Weg um, denn sie gekommen war und in ihrem Hals regte sich die Erinnerung, dass es mit den Tränen noch nicht vorbei war. Manche Tage. Sie stoppte ihre Schritte, atmete tief durch und dann ging es etwas besser voran.

Die Wolken waren dunkler geworden und es war kühler, als sie aus dem Bus stieg, der – bequem, wie Judith fand, direkt vor ihrer Haustüre hielt. Sie eilte in das Stiegenhaus, eine ältere Dame, die sie „flüchtig “ kannte, hielt ihr die Türe auf und Judith presste ein Danke heraus, dessen Verständniss eher in der Fantasie der Nachbarin lag, als in Judiths Aussprache. Sie konnte Leute nicht ausstehen, Höflichkeiten und Geduld ebensowenig und Verständnis war ihr auch zuwieder. Sie hatte in ihren Leben soviel von eben genannten erlebt, dass sie darüber bestens Bescheid wusste und sie hasste es; die Heuchelei, das falsche Mitgefühl, des gestellte Zuhören – das Warten der Menschen, sich endlich einbringen zu können, endlich ihrer Person, ihrem Ego den Auftritt zu gönnen und mit Worten um sich schmeißend, nur um sich letztendlich auf den Trümmern und Ruinen ihres Schicksals als Heiler zu profilieren. Alles, was die Menschen in Judiths Universum taten, waren Taten des Egoismus und jeder wusste es und auch sie war sich ihrer Schuld bewusst, doch hielt sie sich mit dem Begriff der Selbstlosigkeit zurück und reagierte empfindlich, wenn in andere verwendeten und für sich beanspruchten. Judith kannte Selbstlosigkeit, sie hatte diese einmal gesehen, in der Handschrift ihrer Mutter. Niemand anderer hatte sie erkannt, doch Judith sah die Aufopferung in den Zeilen des – sogenannten – Abschiedsbriefes, ein kräftiges Blau, geschwungene Initialen; sie sah dass sich ihre Mutter bemüht hatte und dass es nicht nur eine Entschuldigung war, keine Rechtfertigung. Ihr Vater hatte den Brief weggeschmissen, irgendeines Abends, als er es nicht mehr ertrug, als er die Akribik in ihrer Handschrift nicht mehr ansehen konnte und die Planung hinter der Tat und so hatte er ihn verschwinden lassen und als Judith verzweifelt im Altpapiercontainer geweint hatte, war ihr die höfliche alte Frau das erste Mal aufgefallen, wie diese starr im Eingang zum Müllraum stand und dann langsam die Tür angelehnt ließ und geduldig – höflich – draußen wartete, bis Judith fertig war und gebrochen an ihr vorbei trottete. Die Alte hatte auch diesmal einen kleinen Sack mit Hausmüll mit und Judith schloss die Augen, als sie die bekannten Schritte zum Aufzug tätigte. Sie hielt in ihren Händen umständlich den Schlüssel – bereit zum Einklinken – und zwei Papiertüten mit Gebäck. In der Wohnung angelangt, öffnete sie zunächst alle Fenster und lies den Wind hinein, der in den oberen Stockwerk stärker wehte, als vorhin auf der Straße. Im Wohnzimmer stellte sie, die Tüten ab, räumte den Couchtisch ab und putzte sporadisch seine Oberfläche in dem sie die Brösel und die Zigarettenasche, die sich bereits angesammelt hatten, unter das Sofa verschwinden ließ. Auf den Tisch stellte sie schließlich das Frühstück ab; Topfentasche, Krapfen mit Marmeladefüllung, Oriental Chai Latte (aus einer neu eröffneten Coffee-Shop Kette nebenan, die sie aber in Zukunft meiden würde, da es in ihrem Universum bald en vogue galt, das hippe und nach Kommerz schmeckende Franchise zu meiden. Es fiel Judith nicht sonderlich schwer, sie suchte in ihrem Chai enttäuscht den Zimtgeschmack, fand aber nur viel zu viel Milch), dunkles Brot mit Sonnenblumenkernen, kleine in Plastikschalen abgepackte Portionen Kirschmarmelade und Butter und zum Abschluss noch ein Croissant (zum Eintunken in das Heißgetränk – das hatte sie sich von ihm abgeschaut). Jeweils zwei Stück.

Als sie alles sortiert und auch der richtigen Reihenfolge nach plaziert hatte – es war ein 4-Gänge-Frühstücks-Menü, meinte sie und beinahe hätte sie dabei gelächelt – atmete sie tief durch und schritt zu seinem Zimmer. Sie klopfte, leise. Dann fester – immer erst dann fester, sie selbst wusste, wie unangenehm es war, aus dem Schlaf gerissen zu werden – und schließlich laut. Die alte Frau von nebenan musste sich sicher wundern. Als Judith keine Antwort bekam, betrat sie das Zimmer. Sie rümpfte die Nase und ging gleich zum Fenster, riss es auf und ließ die Morgenluft in das Schlafzimmer ihres Vaters. Der Geruch der Nacht und des Schweises entwich und das graue Licht machte sich breit. Ihr Vater lag in Jeans und einem Shirt, dass sie vorgestern schon an ihm gesehen hatte, da und drehte sich auf die Seite. Seinen Ärger über die plötzliche Konfrontation mit dem neuen Tag, machte er mit einem Brummen kund. Judith kniete sich neben das Bett und als sie ihn auf die Stirn küsste, öffnete er die Augen. Traurig sah er sie an murmelte eine ebenso gepresstes Dankeschön, wie es seine Tochter zuvor bei der alten Dame gemacht hatte. Aber – Judith kannte diese „aber“ bereits und sie stand auf und beschrieb sorgfältig die Zutaten des 4-Gänge Menüse. Außerdem werde der Kaffee kalt, sorry, der Oriental Chai Latte (und sie betonte die drei Worter als wären es ein ausgefallenes Gedicht in französischer Sprache) und sie sei sich sowieso nicht sicher ob der Oriental! Chai! Latte! überhaupt kalt schmecke, denn eigentlich ist es im Orient immer warm und die Getränke würden dort auch nicht so schnell auskühlen. Ihr Vater zwang sich zu einem kleinem Lächeln, etwas, dass Judith Schmerzen in der Brust verursachte und sie beugte sich wieder zu ihm hinab und flüsterte, dass er kommen möge, wann er wolle, sie würde auch später mit ihm frühstücken. Dann schritt sie hinaus und schloss sorgfältig die Tür.

Sie saß den ganzen Tag auf der Couch und sah aus dem Fenster hinaus. Es regnete bis zum Abend nicht. Sie laß und schlief und hörte „Reading in Bed“ in Endlosschleife, dass sie seit Beenden des Buches im Ohr hatte und weinte ein bisschen, doch es war schon einmal schlimmer. Erst als sie begann seine SMS zu lesen wurde es wieder wie immer – immer wie immer, wie sie es hasste  – und am Nachmittag heulte sie eine Stunde lang vor sich hin, während sie das Wohnzimmer auf und ab schritt. Das Frühstück hatte sich in ein Mittagessen gewandelt und als Judith zu hungrig wurde, nahm sie es ohne die Anwesenheit ihres Vaters zu sich. Sie dachte viel an ihn und es kam ihr unerträglich in ihrer Wohnung vor und sie wollte irgendwo hin fahren, ein Zugticket besorgen, vielleicht und dann zu ihm und einfach fragen. Doch sie traute sich nicht aus der Tür, sie hatte das Gefühl, dass die alte Frau nur darauf wartete, dass Judith aus ihrem Versteck kroch nur um ihre Traurigkeit auszukosten und zu verspeißen. Eine Hexe, dachte Judith, doch da niemand da war, mit dem sie ihre wilden Theorien teilen konnte, stand die Vermutung nur als fade Beleidigung im Raum. Sie überlegte sich, ob sie zur Bäckerei fahren sollte und mit dem Jungen, der sie stets anlächelte ein Gespräch beginnen sollte, eines über den widerlichen Kaffee und den weichen Topfentaschen und ob er selber backen könne, doch sie verwarf den Gedanken, da sie sich erbärmlich vorkam und dann weinte sie erneut und endlich, als ihre Tränen sich bereits irreal anfühlten – wie ein Teil ihres Körpers, ohne den sie nicht sein kann, der aber dennoch nicht zu ihr gehört – laß sie die Widmung, die er ihr hinterlassen hat; eine Andeutung seiner Liebe und ein Versprechen und von all den Dingen die sie wusste, von allem, was sie schon gehört, gelesen und beobachtet hatte – und das war viel, meinte Judith – wusste sie nicht, wieso.  Sie verglich die Widmung mit seinen SMS und rechnete sich die Tage aus, welche zwischen den Worthülsen lagen und sie wusste, dass ihre Rechnung darauf zurück führte, dass der Höhepunkt seiner Gefühle nun vier Monate her war. Das Buch, welches er ihr geschickt hatte – per Postbrief, sie sahen sich zu selten und er wollte es ihr offensichtlich bald schenken, als ob er es geahnt hätte – markierte den Abstieg und die SMS kontastierten ihre emotionale Gleichung. Die Fragen häuften sich und mit den Fragen kamen die Zweifel.

Judith war 17 und als sie ein letztes Mal seine SMS in chronologischer Reihenfolge durchblätterte (sie hatte gesammelt und stilvoll mit einer Schreibmaschine abgetippt – kitschig und prahlerisch, wie sie es später beschrieb, doch ich fand die Idee dahinter immer schön) sah sie, wie sich ihre erste Liebe, ihr erster Sex und ihre erste richtige Beziehung vor ihren Augen auflöste. Die Tinte wurde schwächer und bei den Nachrichten der letzten Monate, hatte sie bereits mehrmals die Tasten anschlagen müssen um noch brauchbare Zeichen hervorzubringen: dennoch, die kurzen Zeilen wurden immer blasser und seine Sprache wurde es ebenso. Sie blieb bei der Nachricht hängen, in der er von seinem Fehler berichtete, doch er verspürte etwas, dass ihn zwang, ihr es zu berichten, obwohl es ein leichtes gewesen wäre sie nicht damit zu belangen. Es für mich zu behalten. Natürlich war Judith gekränkt, doch die Ehrlichkeit, die sie meinte zu spüren, war ihr ungeheuer, die Verantwortung und das Vertrauen, welches ihr noch nie jemand entgegengebracht hatte ließen ihren Kopf surren und ihr Herz schlug traurig schneller. Sie war erwachsen geworden, an diesem Tag, dachte sie, sie konnte mit solchen Dingen umgehen, dass war nun klar. Sie hatte nun etwas, etwas das keine Geheimnisse zu ließ und der Tag ihrers Erwachsenwerdens war der Tag ihres ersten Liebesgeständnisses. Und dann ließen die Nachrichten ab und aus jedem Abend wurde jeder zweite und aus einem Fehler wurde eine Idee und später waren ihre Anrufe und SMS gespickt mit dem Diskurs ob sich Menschen eingrenzen lassen sollten und ob die Medien nicht das Beziehungsbild kaputt machen würden und was die Gesellschaft vor allem ihr als Frau nicht alles verbiete. Judith wusste, wie ihre jugendliche Offenheit ihm rechtgeben sollte, doch sie wollte es nicht. Kritik an dem System zog immer und Judtith musste stumm zusehen, wie sich der Plan einer offenen Beziehung – natürlich nur, wenn sie sich nicht sahen, doch das machten zwei verschiedene Städte nicht unbedingt schwieriger – formte und wie die unheilvolle Gestalt dieser bald die Zügel ihrer Gedanken hielt.

At least you have loved, klang ein Liedertext aus der Ferne, oder war es aus einem Gedicht? Judith war eingeschlafen und nur durch das Zuschlagen der Tür erwacht. Sie hatte von einem Menschen geträumt, dessen Gesicht sie nicht erkennen konnte doch sie spürte, wie er sie glücklich machte und dieses Gefühl war so erdrückend, dass sie erleichtert war, als ihrer Erinnerung bestätigte, dass Glück nur im Traum existierte. Es war dunkel und der Regen hatte sich endlich über die Stadt ausgebreitet. Ihr Vater war gegangen, Judith vermutete, um sich die Trauer weg zu trinken und raus vögeln zu lassen. Sie öffnete ein Fenster, atmete tief durch und dann ging es wieder ein wenig besser voran. Sie warf die Schreibmaschine entgültig weg, nachdem sie den Brief, den sie schreiben wollte, nicht einen Satz lang fertigstellen konnte und legte sich schließlich auf die Couch. Sie schloss die Augen und dachte über die Zeile nach, die ihr in den Traum gefolgt war und dann konzentrierte sie sich auf die Formulierung ihrer Mutter – aber nicht mir erspare ich es – und versuchte rund um dieses Fragment, den Brief noch einmal auferstehen zu lassen. Es war noch nicht zu spät und auf den Straßen noch reger Verkehr, dessen Geräusche durch das offene Fenster beruhigend in das Wohnzimmer klangen. Als Judith ihre Hände ausstreckte, wurden diese zart benetzt und die romantische Vorstellung dieses letzten Gefühls umschiffte ihr Herz. Ohne sich weiter anzuziehen, griff sie nach den Schlüsselbund trat aus der Wohnung. Wenige Augenblicke später stand sie  im sanften Regen, der trotz der Jahreszeit und des Abends ihr nicht all zu kalt vorkam. Oder vielleicht war ihr Körper vor Erregung heiß, sie hatte sich immer gefragt, was ihre Mutter wohl empfunden hatte, bevor sie sich erhängte.

Judith erzählte mir, dass sie das Gefühl von Regen auf der Haut mochte. Das stimmt so nicht ganz: sie liebte es. Sie liebte es so sehr, dass es mir unheimlich war, als ich sie bei dieser Liebe beobachtete. Ich habe nie eine solche Freude in menschlicher Bewegung gesehen. Judith tanzte, wenn sie sich durch die herabfallenden Tropfen bewegte: sanft, unmerklich, nur manchmal wild doch wenn man genau hinsah – und das tat ich bei Judith immer – erkannte man, dass sie selbst im scheinbaren Stand mit dem Regen harmonierte.

Die nassen Kleider lagen neben der Couch doch für die Socken hatten ihre Kräfte nicht mehr gerreicht. Sie kroch noch unter die Decke und aus den Augenwinkeln sah sie – na endlich, dachte sie noch – die Blitze über ihrem Haupt. Sie lag mit dem Kopf am Fenster und schnupperte noch einmal am Regen der sich langsam zu einem ungemütlicheren Wetter wandelte. Sie blinzelte noch als die dicken Tropfen auf ihr Gesicht fielen, mit jedem Windstoß schwappte mehr Wasser durch die kleine Öffnung in dem großen Felsen in dem sich schon ihre Mutter das Leben nahm und mit jedem Windstoß wurde ihr Antlitz nasser und ihr Atem schwerer, ihre Lider undurchdringlicher und der Sturm wurde zu einem Greifarm, der sie mit jedem seiner Atemzüge immer weiter in ein dunkles Meer hinaustrug, an desen Brandung sie eine gesichtslose Gestalt erwartete. Judith spürte noch, wie das Meer ihre Tränen aufsog und ihren Körper endlich von dieser Symbiose löste – na endlich – und als sie endlich befreit war, stand die Gestalt neben ihr und das erdrückende Gefühl herannäherndem Glück war wieder präsent. Sie bemerkte, wie die Gestalt nach ihr griff und Judith stoppte ihre Schritte, nur kurz; die Gestalt griff ins Lehre und Judith atmete tief durch und dann ging es endlich etwas besser voran.

[Es läuft: Emily Haines – Reading in Bed]

Advertisements
Getaggt mit , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: