Rhododendron Null/Intro: Tiefsinnig, mutmaßlich.

„Das ist kein Vorwort, das gehört schon dazu.“

Sasha Grey hat einen Roman geschrieben*. Wenn Sie nicht wissen, wer Sasha Grey ist, dann – ja, klar, ich auch nicht. Wenn sie wirklich nicht wissen, wer Sasha Grey ist (an dieser Stelle ein obligatorischer „Willkommen im Internet!“ Witz) dann lassen Sie mich kurz die wichtigsten Eckdaten runter brechen: Grey ist irgendwo in den Zwanzigern, soweit ich mich erinnern kann braunhaarig, seit kurzem Horrorfilmdartsellerin (hauptsächlich) und vor allem deswegen bekannt, weil sie meterlange Schwänze in ihren Schlund verschwinden lassen kann. Und nun hat Sasha Grey einen Roman geschrieben, irgendeine Sex-Society-Story über die Fick-Zentren der G8-Vorsitzenden. Wahrscheinlich keine Traumnovelle, aber: Vorurteile, Vorurteile! Zunächst: wieso sollte eine Pornodarstellerin keine gute Schrifstellerin sein, zudem sie sicherlich mehr praktische Erfahrung hat als Arthur Schnitzler oder E. L. James. Zweitens, warum sollten Frauen keine guten Bücher schreiben, auch wenn es keine Beispiele dafür gibt. Dem Sturm der Entrüstung kann ich nur mit verdrehten Augen entgegen treten; als müsste man erklären warum American Psycho** kein misogynes Werk ist oder: wer die Glosse erst erkennt, wenn sie einem auf die Schuhe pisst, dem, äh. Tja. Sie wissen schon.

Wie dem auch sei, ich habe mir trotzdem beides gedacht unter anderem mit dem Wortlaut „wenn die das kann“. Demnach ist Sasha Grey für das herausragendste literarische Werk des aufdämmernden einundzwanzigsten Jahrhunderts verantwortlich, wenn auch nur indirekt. Zu dem Zeitpunkt der Verschriftlichung – sprich, dem praktischen Beweis meiner literarischen Größe und dem Anfang dieses Epos – stand noch kein Titel fest, demnach habe ich mir erlaubt, eventuelle Vorab-Namen nieder zu schreiben:

  • Anthrazit
  • Das Königreich der Angsthasen
  • Zwölf Uhr Abends, halb neun Mittags, Februar
  • Converse zum Frühstück
  • Popkultur, sinister: Wie Musik meine Freunde tötete
  • Die unglaubliche aber dennoch plausible, vollkommen erfundene und authentische Autobiographie des veganen Kannibalen Richard Czönig Engländer (ich weiß, ein Wahnsinn. Ein Wahnsinn!!)
  • MILFS 2
  • Der kleine Tod der Mörderin (hoffentlich mit einem Vorwort von Sasha Grey)
  • Rhododendron Null  
  • Life is a bonus round, but you got no lives no more, oh no
  • Augenblick der Angst (und der Moment danach)
  • Virtuelles Paralleluniversum
  • Die Metaphysik eines Buchtitel
  • Rote Fäden
  • Richtig guter Shit: Eine Zeitreisegeschichte
  • Eintausend Punkte und mehr

Vielleicht haben sich in die Aufzählung dieser fantastischen Titel auch welche dazu gemischt, die eher zu meiner upcoming Single gehören beziehungsweise zu meinem autobiographischen Porn-Project. Es steht Ihnen frei, die Titel dementsprechend zu sortieren. Ich sorge für einen konklusiven Lösungsschlüssel im Anhang. Wie gesagt, alles Work-In (folgen Sie ebenso meinem Blog: „Wörter die man normalerweise nicht ausschreibt. Heute: beziehungsweise„). Immerhin. Wie schwer kann es schon sein ein Buch zu schreiben, die Leute (abfällige Betonung) machen es andauernd. Außerdem habe ich schon einmal ein Buch gelesen, also weiß ich theoretisch wie es geht. Zudem bin ich sehr klug: ich benutze Wörter wie „misogyn“ und das sogar im richtigen Kontext. Ich verspreche Ihnen, es wird großartig. Großartiger als alle anderen Bücher zusammen. Ein Meisterwerk mit Vier Sternen Bewertung nach der Ebert-Skala***.Große Philosophen werden darüber sagen, dass es sich liest, wie sich ein BJ von Sasha anfühlt, mutmaßlich (tiefsinnig ist das Wort nachdem sie suchen, mutmaßlich. Wobei, vielleicht ist das Wort dass sie suchen auch feucht). 

Ach ja. Um noch kurz darauf einzugehen, das Warum. Es ist leicht, es ist, weil es schön ist. Und kryptisch. Und wir lieben Kryptologie, sowohl auch die Punktuation an unmöglichen Stellen, Gedankenstriche, Strichpunkte (semicolons) und das richtig gute Zeug: Zäsuren und Querverweise. Aber das erklärt sich in einem anderen Kapitel. Und nun möchte Sie nicht länger auf die Folter spannen. Hier nun die unglaubliche Geschichte, wie ich den großartigsten Roman aller Zeiten, oder: hier nun der unglaubliche Roman über die großartigste Geschichte, die mir mal ein Freund erzählte, als (und eigentlich auch wie) er Wodka rauchte (sie endet damit, dass sich jemand in das Gesicht eines anderen kotzt. Ja: in). Aber das ist nicht diese Geschichte.

* Sasha Grey: The Juliette Society (Little, Brown Book Group;  2013)
** Ellis, Bret Easton: Lunar Park (Knopf; August 2005)
*** rogerebert.com
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