Part II: Über Eigentum (Marcus)

Ihr Gesicht gleicht einer Tomate. Es ist rot und ihre Haut spannt sich, die Tränendrüsen blähen sich auf, die Augen weit, weit aufgerissen, wie in einem Cartoon. Gleich wird sie wieder schreien und ich probe schon Mal mein Seufzen. Es bleibt stets das Selbe. Was hat dich geritten? Bist du vollkommen übergeschnappt? Wie kommst du nur auf und dann wird aufgezählt. Und stets endet es mit Katrin, nicht weil es passt, sondern weil es meine gerechte Strafe ist. Bis ans Ende meines –

– Und?

Das Und ist der Abschluss einer Schreidusche der ich nur wage folgen konnte. Soweit ich es beurteilen kann, sind wir noch nicht bei Katrin angelangt. Wir. Ich muss lächeln.

– Was ist jetzt schon wieder lustig?
– Ach –
– Ach, fick dich! Fick dein Ach, dein herablassendes, beschissenes, Ach, schieb‘ es dir und deiner verhurten –
– Bitte beruhige dich. Ich hab’s nicht so gemeint.
– Wie gemeint?
– Du weißt schon. Ich neige meine Kopf und füge flüstern hinzu: Herablassend.
– Aber du wolltest.
– Carola, bitte. Nein. Natürlich wollte ich nicht. Es ist nur, ich, ganz ehrlich, ich versteh‘ jetzt nicht genau was

Dinge die ich nicht hätte sagen sollen. Wenn ein Klischee sich bestätigt, dann sind es die Streitgespräche zwischen mir und meiner Frau. Ich hasse sie dafür. Ich hasse Vorurteile und ich hasse es, wenn mir jemand sagt, dass das mal wieder typisch sei. Und meine Frau ist typisch. Typisch Carola.

– Was zum Teufel, schreit sie, geht sicher, dass die Nachbarn es hören und mich mitleidig im Lift begutachten, geht dir nicht ein? Wie kann man nur so beschränkt sein, so unglaublich dumm und beschränkt? Du hättest mich wenigstens Fragen können!
– Und hätte das etwas genützt? Typisch, denke ich und würge etwas hinunter.
– Natürlich, du –
– Einen Scheiß hätte es was geändert.

Carolas Augen werden immer größer. Natürlich sieht sie nicht wirklich aus wie eine Tomate, die wütende Farbe ist aus ihrem Gesicht gewichen und die Unterbrechung ihrer Tobsucht steht ihr gut. Ich frage mich, ob ich noch bei ihr sein würde, wäre sie nicht so verdammt hübsch.

– Ich glaub‘, ich höre nicht –
– Doch, doch. Du hörst richtig. (Du verdammte Schlampe, ich habe keine Lust mehr auf die typische, ah verdammt, ewig selbe Defensivstellung.) Ganz ehrlich, was glaubst du mache ich den ganzen Tag? Glaubst du ich steh auf, steck mir den Finger in den Arsch und überlege mir, wie ich dich heute wieder ärgern kann?
– Das oder du fickst herum. Ihre Augen werden enger.
– Carola, ernsthaft. Ich schreibe nicht, weil, weil irgendwas auf mich zu kommt oder mich die Inspiration packt wie einen dieser abgefuckten Kunststudenten –

Hier muss sie lächeln und ich weiß nicht genau warum, ich gerate aus meinem Konzept, vielleicht war das auch ihr Plan. Diese gewiefte, verfluchte Schlampe. Ich fahre fort:

– Wie ein Kunststudent, der den ganzen Tag nur Latte sauft und sich dann in sein Loft verzieht um seine sexuellen Errungenschaften aufs Papier zu bringen. Ich, ich muss für alles arbeiten. So wie jeder andere auch und es ist nicht leicht, echt nicht immer und eigentlich solltest du dich geehrt fühlen, dass –
– Kunststudenten wohnen in keinem Loft.
– Was hat das jetzt mit der Sache zu tun?
– Nichts, ich dachte nur, wenn du dir schon den ganzen Tag den Kopf zerbrichst, oder arbeitest, so wie du es nennst, sollte es dir nicht all zu schwer fallen, die korrekten Details zu verwenden. Alles andere ist unglaubwürdig. Feedback, Schatz.

Mein Mund steht mir offen und ich lasse mich zurück auf das Bett fallen. Defensivstellung. Typisch Marcus. Ach.

– Was weist du schon von Details, murmle ich vor mich hin, weil mir nichts besseres einfällt und alles was ich ihr an den Kopf werfen könnte, würde sie mit Leichtigkeit zurückwerfen.
– Offensichtlich mehr als du. Das hier – sie wirft mir mein Manuskript in den Schoß, ihre Hände haben wütenden Spuren hinterlassen – ist Diebstahl.
– Bitte, wo ist das hier Diebstahl?
– Marcus? Bist du vollkommen – a) übergeschnappt, b) bescheuert, c) hirnverbrannt. Wir sind nicht mehr weit vom Ende entfernt.
– Nein, Caro. Bin ich nicht. Das hier – ich nehme die lose aneinander gehefteten Seiten  – ist Arbeit. Arbeit, verstehst du? Damit mache ich Geld. Und ich kann mir nicht immer etwas aus den Fingern saugen, wie gesagt, eigentlich solltest du-
– Was? Stolz sein? Dass ich dein Probant für „authentische Erzählung“ bin? Dass dir nichts einfällt und du mein verficktes Leben als lausige Geschichte für deinen lausigen Film verwendest?

Sie schreit wieder. Zweiter Akt. Was bedeutet, dass auch ich zu schreien beginne.

– Und dazu noch ohne mich zu fragen!
– Was soll ich dich fragen?
– Bist du schon mal auf die Idee gekommen, dass ich nicht will, dass … dass Dinge aus meinen Leben irgendwo dargestellt werden? Öffentlich und vor unseren Freunden?
– Oh mann, woher sollen die den wissen, woher will überhaupt, wer wissen, dass es um dich geht?

Sie reist mir das Manuskript aus den Händen. Seiten fallen hinab.

– Hör auf, Caro.
– Hall0? Woher sollen sie es wissen? Was für ein verfickter Name steht denn da?
– Mit K geschrieben.
– Bist du wirklich so blöd?
– Hey, ich hab‘ aus ein paar zusammenhanglosen Szenen eine Geschichte geformt, du solltest dich glücklich Schätzen als Muße fungiert-
– Du bist jetzt völlig…. aber wirklich? Noch mal zum Mitschreiben, für die Behinderten: Ich. Will. Nicht. Dass. Du.
– Jaja, ich hab verstanden, tja. Pech.
– Halt dein Maul du Wichser und hör zu: Ich. Will. Keine. Verfickte Inspiration für dich sein. Hast du das verstanden? Das, was hier drin steht, Marcus, ehrlich… das ist privat.
– Und? Keinen schert’s. Du bist jedem scheißegal! Außerdem bist du nicht die einzige –
– Mich schert’s du unsensibles, dummes Arschloch. Hier: Ich kann nur kommen, wenn du wirklich zupackst. Bla bla, dummes bla bla, erwürg mich, erwürg mich?
– Na und? Viele Menschen machen das.
– Aber sie sagen es nicht jedem –
– Eben. Woher sollen sie wissen –
– Die Figur heißt wie ich, sieht so aus wie ich und redet wie ich!
– Thomas Mann hat auch-
– Fang nicht mit dem Scheiß an, du bist kein Thomas Mann und selbst wenn, das heißt noch lange nicht, dass du so ein Arsch sein musst, wie er. Hier.

Sie wirft wieder ein paar Seiten achtlos zu Boden. Ich spüre, wie Tränen in mir aufsteigen. Meine Hand verkrampft sich zur Faust, wie man so schön sagt und ich stelle mir vor, wie ich meiner Frau in den Bauch boxe, bis sie endlich die Klappe hält. Sie holt Luft, es erwartet mich eine lange Liste an Beweisen.

– Zum Beispiel: Als ich 12 Jahre alt war, war ich in einen jungen aus der Schule verliebt. Ich meine so richtig verliebt. Ich habe mich berührt und an ihn gedacht. Es war toll und ich wollte, dass auch er es erfährt.

Sie räuspert sich. Es fällt ihr wesentlich schwerer, als sie es sich eingestehen will. Das gefällt mir und ich irgendwie will ich, dass sie es auch erfährt.

Eines Tages habe ich mein Höschen heimlich während der Stunde ausgezogen und es zusammen geknüllt. Und so weiter. 7

Sie gibt auf. Ich muss lächeln und sie weiß warum.

– Okay. Und?
– Und? UND? Marcus, du weißt, dass ich dir diese Geschichte im Vertrauen erzählt… ich meine, dass ist nicht etwas, dass mich, dass andere…
– Wer soll das schon erfahren? Woher sollen sie überhaupt wissen, dass es dabei um dich geht?
– Du schreibst eindeutig über mich, ein Blinder würde es erkennen. Du bist der einzige der es nicht sieht und du hast den Mist sogar verfasst. Das ist – bezeichnend.
– Du bist bezeichnen. Bezeichnend für die Unterdrückung künstlerischer –
– Du hast sie nicht mehr alle. Irgendwas ist kaputt gegangen, spätestens als du mit Katrin gefickt hast, war’s mir klar-
– Das hat nichts damit zu tun! Und das weißt du!
– Na und? Dein Text hat ja auch nichts mit mir zu tun. Und trotzdem reden wir darüber.
– Du redest darüber. Nein, du brüllst. Mir ist es egal.
– Natürlich ist es dir egal, weil du sozial erkalteter Abschaum bist, der immer nur an sich denkt und –
– Hey! Ich habe das geschrieben, was ich für interessant finde! Das mache ich!
– Ich weiß, den ganzen Tag, wenn du mal Pause von deinen Pornos machst. Was? Schau nicht so, wenn du nicht willst, dass man es erfährt, lösch‘ deinen Verlauf. Du bist echt zu blöd für alles. Ha, das wäre super. Wie wäre es wenn ich eine Geschichte schreibe, über einen gescheiterten Autor, der seinen Selbsthass in widerlichen Pornos ertränkt? Und die Kapitel nenne ich dann nach deinen Suchanfragen: Kapitel Eins: gagged bitches, Kapitel Zwei, lesbian slaves – 
– Dann mach doch!! Schreib deine verfickte Geschichte, Carola! Du bist doch eh zu nichts in der Lage! Weist du, wenigstens kann ich etwas zu Papier bringen, während du nichts anderes machst als… Kolumnen zu verfassen. Für ein irgendwas Online-Magazin! Ohne mich hättest du das Interview nicht einmal bekommen. Meine Güte, sie hätten dich nicht einmal in die Nähe von ihm gelassen, du mit deinen drittklassigen Kommentaren zu –
– Ah ja, er. Der große Meister, der nichts anderes will, als, ähem, die Essenz der menschlichen Existenz zu ergründen. La di fucking da. Diese selbstverliebte, prätentiöse Crap gefällt dir auch noch! Lass mich raten, lutscht du seinen Schwanz? Oder siehst du zu wenn Katrin –
– Halt dein Maul du verdammte –

Ich bin aufgestanden und stehe, mit beiden Händen zu Fäusten geballt dicht vor meiner Frau.

– Oder was? Halt dein Maul, oder was Marcus? Willst du mir eine verpassen? Offensichtlich willst du das. Warte, wie war die Stelle in der ich an den Haaren gezogen ins Treppenhaus geschleift werde und dort dann heulend ausgesperrt werde? Na, wenigstens hast du dir mal was selbst ausgedacht.
– Die Figur ist nun mal eine sehr impulsive –
– Ach halt doch du dein Maul, mit deinen Figuren und deinen –

Sie fuchtelt mit ihren Händen, so nah an meinem Gesicht, dass ich die Luftzug mitbekomme und ihr kratzigen Nägel meine Haut streifen.

– Außerdem war das mit den Pornos nur Recherche.
– Bitte was?
– Ich wollte nur, du weißt schon, wissen, was daran geil ist. Was jemanden der so ist an macht.
– Jemand der wie ist?
– Ah, come on.

Ich setze mich wieder aufs Bett und löse die Spannung aus meinen Händen. Mit einer offenen Geste weise ich auf Carola.

– So wie ich, das wolltest du doch sagen!
– Nein, nicht so wie du. So wie die Figur in dem Film –
– Die rein zufällig die gleichen Erfahrungen gemacht hat wie ich, die gleichen Sachen ihren Freund anvertraut, so wie ich meinem Noch-Gatten? Mann, ich würde dir am liebsten in deine Fresse spucken. Recherche, du glaubst doch nicht wirklich, dass ich das glaube. Außerdem steh ich ja nicht auf so etwas, ich meine, das hast du vollkommen aus dem Kontext –
– Ah, auf einmal interessiert es sich, wie und was da drin steht?
– Es interessiert mich die ganze Zeit schon, du Arschloch. Das ist die ganze Zeit mein Punkt. Wie beschränkt –
– Hör endlich auf damit. Selbst wenn es hier um dich geht, dass wird nie wer erfahren. Ich ändere den Namen und Punkt.
– Und dann was? Hältst du die Leute für wirklich so blöd. Hier stehen komplette Abende, bei denen meine Freunde dabei waren! Der Typ, der mich in der Bar fast vergewaltigt-
– Nicht dich. Die Figur.
– Halt dein Maul, Marcus. Der widerliche Typ, das ist eindeutig mein Ex. Das Gespräch über Goddart? Das hast du eindeutig von ihm! Du weißt ja nicht mal, wer Goddart ist, hätte er dir nicht –
– Na und? Wirklich Caro! Na. Und? Was ist schon dabei? Es ist alles Fiktion, und selbst wenn hier und da etwas –

Ich versuche die richtigen Worte zu finden und beginne mit meinem Oberkörper dämlich zu schaukeln.

– …etwas aus der Realität abgekupfert ist. Na und? Das macht es ja erst richtig gut! Verstehst du nicht? Siehst du nicht, dass das hier viel größer ist, als dein Ego? Ich meine, es ist für einen Benjamin JacobTravec Film! B. J. Travec!
– Scheiß auf Travec. Seine Filme sind ohnehin Mist.
– Sagte die Kolumnistin der, warte, nein, hilf mir nicht, ich komme gleich drauf. Irgendwas mit Scheißegal?
– Wichser.
– Ungebildete Kuh. Roger Ebert hat über seine Filme mal gesagt –
– What the fuck interessiert mich Roger fuckin‘ Albert?
– Ebert.
– Was auch immer. Du, oh Gott, du mit deinen –

Sie bricht den Satz ab und wendet sich ab, geht zum Fenster öffnet es und nimmt einen kräftigen Zug. Dritter Akt. Ich glaube sie weint. Ich stehe auf und gehe zuversichtlich auf sie zu. Lege einen Arm auf ihre Schulter. Wenn ich Glück habe, dann-

– Lass mich. Ich will nicht, dass du mich berührst. Hörst du? Es gibt nichts ekelhafteres, als –
– Okay, okay.

Ich weiche nur wenige Zentimeter zurück und versuche es erneut, unterlasse eine direkte Berührung sondern fahre ihr nur durch die Haare.

– Er fand es wirklich gut.
– Was?
– Das Script.
– Du hast es ihm gezeigt? Bist du – wie kannst du, Marcus! Fuck! Wer hat es noch gelesen?
– Niemand, niemand! Ich schwöre. Es war auch nur der erste Entwurf, die Stelle mit dem Dinner war zum Beispiel gar nicht dabei.
– Ah du meinst das Dinner, als dein Vater sich an mich rangemacht hat, während dir die Katrin unter dem Tisch –
– Bitte, Caro. Fang‘ jetzt nicht auch noch mit dem an.
– Ah, ja. Wir reden nur dann, wenn du es davor allen Menschen gezeigt hast. Look at me, look at me und meine gestörte Frau, die sich selbst umgebracht hätte, wäre da nicht der ach so tolle Marcus, der das alles ja nur macht, weil er so ein netter Typ ist. Sag, kommt im dem Drehbuch auch raus, warum sich, ähm, Ka-Rola umbringen will? Oder bekommt das auch Felix zugeschrieben. Immerhin wollte er mich ja vergewaltigen, also –
– Das schreib ich raus, die Vergewaltigung passt ohnehin nicht wirklich rein.
– Hörst du dir manchmal auch zu?
– Und nein, der Selbstmordversuch ist nicht in dem Script, okay. Ich, äh, ich wollte…
– Ja?
– Ich wollte dich zu erst fragen.

Sie dreht sich um und ihre Augen sind leicht gerötet. Sie sieht mich noch wütender an. Nicht gerade das, was ich mir erwartet habe.

– Dir ist nicht mehr zu helfen.
– Caro, hör mir zu. Ich habe es geschrieben, weil, weil es wirklich gut ging.

Ich versuche so ruhig wie möglich zu bleiben. Meine Frau schiebt sich an mir vorbei.

– Caro, bitte. Du weist, wie lange ich nicht… und dann, dann hab‘ ich ein bisschen herum probiert. Eigene Erfahrungen gesammelt.
– Ach ja, wo sind die bitte? Ich hab‘ nur mich gefunden, keine Spur von dem fremdfickenden, eifersüchtigen und selbstverliebten Arschloch von Ehemann.
– Ich… mir. Du, siehst du? Du bist interessanter als ich! Wichtiger! Und als ich gemerkt habe, dass du, ähm, mehr Platz eingenommen hast war es schon zu spät. Ich hatte bereits ein Konzept. Und Travec wollte etwas auf den Tisch haben und ich war wirklich überzeugt von dem Stück und deswegen – okay. Ja, ich hätte dich vielleicht vorher fragen sollen, aber wie gesagt, es wird nie jemand erfahren und überhaupt! Nimm dich einfach nicht so wichtig.
– Mit K? Du bist doch – du hast nicht mal meinen Namen geändert!
– Wird noch, wird noch! Ich musste mich… besser in dich versetzen, verstehst du?

Ein kurzer Schmerz durchfährt meine Wange und einen kurzen Augenblick glaube ich, dass ich sie zurück schlagen werde.

– Du kennst mich nicht. Du wirst mich nie kennen, oh Gott. Du bist abscheulich. Du gibst es ohnehin zu! Wieso, wieso, wieso Marcus? Wieso glaubst du, dass das alles okay ist?
– Ich frag‘ dich doch jetzt!
– Einen Scheiß tust du. Und solltest du fragen: Nein, du Wichser, du darfst nicht. Du darfst nicht mit mir spielen, als ob ich deine Pro-Ta-Go-Nistin wärst, mach‘ diesen Psychoscheiß mit deiner Hure von Assistentin, aber nicht mit mir.

Carola hat sich mittlerweile angezogen und der übliche Tanz des Herauszögerns beginnt. Sie blickt sich, in voller Montur, im Zimmer um, sucht nach etwas, dass sie eventuell vergessen haben könnte, obwohl wir beide wissen, dass es hier nichts gibt, was sie finden könnte. Sie macht einen Schritt auf mich zu und reist mir mein Manuskript aus den Händen.

– Na komm. Zerreis es, wenn es dir dann besser geht. Komm!_
– Fick dich.

Du dich auch. Sie geht aus der Wohnung und mit einem lauten Knall fliegt die Tür zu. Ich höre, wie im Gang jemand die Tür aufsperrt und öffnet. Kann ich helfen, alles okay, jaja, ich, wir hatten nur, und so weiter. Ende von Akt III. Ich trete zur Wohnungstür, drehe den Schlüssel um und hoffe, dass sie es noch gehört hat. Den Schlüssel ziehe ich jedoch ab, gehe in mein Arbeitszimmer. Ich setze mich in meinen Lehnsessel und bleibe einige Momente ruhig sitzen, genieße die Stille. Doch sie lässt sich nicht genießen, in ihr stinken die Worte, die gesagt und geschrieben wurden und ich werde unruhig, das bekannte Gefühl überkommt mich, das Verlangen ihr nach zu rennen und sie zurück zu holen, doch ich weiß, dass ich das nicht mehr soll. Lass sie laufen, wenn sie will, sagt Katrin immer. Ich atme tief ein und erinnere mich kurz. Dann stehe ich auf, hole eine Rolle Toilettenpapier und schalte den Computer ein.

Es ist bereits dunkel, als sie wieder kommt. Ich schlafe noch nicht, stelle mich aber so. Ich höre sie entkleiden, die duftschweren Kleider aus Rauch und Rausch auf den Boden klatschen. Die Badezimmertür öffnet und schließt sich. Als sie fertig ist, löscht sie das Licht im Vorzimmer und betritt vorsichtig das Zimmer. Sich schlüpft unter die gemeinsame Decke.

– Hey.
– Mhh.
– Wo warst du?

Sie zieht die Decke zu sich, mein nackter Unterkörper wird freigelegt.

– Caro?
– Fick dich, Marcus.

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