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Character Sheet #01: Tokimimotaku

Das einzig Wahre, dass wir jemals über N erfahren werden, ist ihr zweiter Name; nicht ihr Nachname, oder der Name, den ihr bei ihrer Geburt zugeteil wurde, sondern der Name, den sich N erwählt hatte, als man sie danach fragte. Er lautet Tokimimotaku und niemand, dem sich Tokimimotaku vorstellte, konnte ihren Namen auf Anhieb aussprechen. In Anbetracht der Zeit verzögernden Umstände die es bedarf, ihren Namen und die dazugehörige Betonung richtig zu verwerten, durfte man sie auch Toki nennen; es beleidigte sie zwar jedes Mal ein wenig, doch sie ließ sich es nicht anmerken. Außerdem war es immer noch besser, als den Stich, den sie verspürte, wenn man sie mit ihren alten Namen* ansprach. Tokimimotaku war der Name, den sie Leuten mitteilte, die sie gern hatte; Tokimimotaku – malte sich N aus – war ein lautes Ausatmen, ein Stöhnen, welches man verlor, wenn man sie sah, ein feuchtes Wischen über die Lippen, wenn sie sich über ihre Schriften bückte und man in ihr tiefes Dekolleté blicken konnte. Ein Stocken, nach geübter Aussprache, ein bewusstes Stocken und eine Bewegung mit der Zunge, eine Name, der so zauberhaft war, wie ihr Träger selbst. Man stellte sich automatisch vor, wie es sein müsste ihren Namen beim Sex zu rufen und zugleich schämte man sich für den Gedanken. Tokimimotaku bemerkte schnell, dass ihr Name den Leuten gefiel und sie behandelte ihn stets mit einer gewissen Würde und einem unüblichen Stolz, der daraus resultierte, dass sie ihren Namen selbst gewählt hatte und sich nicht von den schrecklichen Institutionen zu einer lebenslangen Last ungefragt verdonnern ließ. Die sechs kurzen Silben waren das Höchstmaß an Vertrauen, dass Tokimimotaku ihren Mitmenschen zutraute: während alle ihren Namen aussprechen durften, alle zugleich Träger und Vermittler dieser Wortkreation waren, war es das Einzige, was man jemals von Tokimimotaku über Tokimimotaku erfahren würde. Zumindest, dass einzige, was der Wahrheit entsprach.**

Tokimimotaku sprach gern über ihren Namen, auch wenn sie gerne den Eindruck vermittelte, dass es ihr auf die Nerven ginge. Doch das Luftholen, der aufgesetzt freundliche Grinser, die kurze Drehung ihrer Augen waren alles einstudierte Reaktionen, die ihren Charakter – oder den Charakter den sich Tokimimotaku erbaut hatte*** – unterstreichen sollte: nach einer kunstvollen Pause (in der Tokimimotaku gerne annahm, dass man annahm, dass sie sich zierte, aber dann aufgrund der Unwiderstehlichkeit ihres Gegenübers sich doch erbarmte, die Geschichte ihres Namens zu erläutern) stieß sie einen leichten Seufzer aus, bei dem sie ihren Blick starr auf den Fußboden oder was auch immer zwischen ihr und dem Fußboden lag richtete, um mit einer leicht schwungvollen Bewegung den Kopf in Richtung ihres Gesprächspartners richtete und ihn dann anlächelte. Ich glaube, dass Tokimimotaku damit gerne flirtet, oder durch ihr mädchenhaftes für-dich-tu-ichs-Gehabe verführerisch wirken will, doch meist war es nur merkwürdig mit anzusehen und die gewollten Pausen wirkten eher so, als hätte Tokimimotaku ihren Text vergessen. All jene, denen die Prozedur bereits bekannt war, fanden sie dadurch nur noch seltsamer. Doch viele störte vor allem, dass sie selbst Opfer von Tokimimotakus kommunikativer Übung geworden sind und es berfremdlich fanden, dass sie mit jedem so redete, der sie nach ihrem Namen fragte (vielleicht wurde das gewünschte Resultat eben doch erzielt: tief im Unbewussten hattest du also doch gehofft, dass Tokimimotaku sich nur für dich sich auf die langweilige Suche nach dem Ursprung ihres Namens machte und die Erkenntnis, dass sie dich an der Nase rumgeführt hat, bricht dir zwar nicht das Herz, aber- ). Niemand zweifelte die Authentizität von Tokimimotakus Namen an, doch die japanische Konnotation die dem Namen innewohnte veranlasste viele Gesprächspartner dazu, nach Tokimimotakus Abstammung zu fragen (was hauptsächlich daran lag, dass die meisten Gesprächspartner nicht sonderlich gut im Gespräche-führen waren und bevor ihnen die Luft ausging, sie lieber die Offensichtlichkeiten ansprachen, als sich anzustrengen und etwas Unaussprechliches zu verlautbaren). Der Diskurs übers Tokimimotakus Abstammung nervte sie unglaublich und sie trat ihm im Gegensatz zu den vielen anderen Dingen die sie nervten, offen mit Abneigung gegenüber (hier hätte sie sich ihre eingeübte Reaktion abschauen können, doch Tokimimotaku reagierte auf die Frage nach ihren nicht-existenten japanischen Vorfahren so feindselig, dass es vielleicht doch nicht ratsam war, diese Reaktion in ihre Rolle zu übernehmen. Sie fiel ohnehin fiel zu oft aus dem Charakter). Kein Thema konnte Tokimimotaku schneller dazu bringen, das Maul zu halten. Mit Ausnahme ihrer Vergangenheit.****

Tokimimotaku war eine langweilige junge Frau. Dies war nichts besonders, der Großteil der menschlichen Bevölkerung ist langweilig. Die Anzeichen für einen langweiligen Menschen (anhand des Beispiels Tokimimotaku) sind wie folgt: geregelte Arbeitszeiten mit geregelten Einkommen, monatliche Kinobesuche und monatliche Enttäuschungen, eine häufige Verwendung von derben Schimpfwörtern und eine häufige Entschuldigungsrate, chronische Blasenentzündung und chronische Apothekenbesuche, zahlreiche gelesene Bücher am Nachttisch und zahlreiche ungelesen Bücher im Schrank (der vielleicht im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer steht), ein umfangreiches Wissen über britische Musiker und eine umfangreiche Sammlung an Konzertkarten, mühselige Stunden im letzten Level eines Videospiels und mühselige Stunden, die ihr an Schlaf fehlten. Sollte jemand sich von Tokimimotaku verstanden und angesprochen gefühlt haben, war diese Person meist auch langweilig. Meist langweiliger. Tokimimotaku konnte nicht Klavierspielen oder fließend Latein sprechen, sie hatte keine hellseherische Begabung und in Mathe war sie gerade so gut, dass es nicht auffiel, wie beschissen sie darin war. Tokimimotaku schrieb gerne doch ihre Lyrik sprach niemanden der menschlichen Rasse an und jene die das Gegenteil behaupteten, wollten lediglich ihren Schwanz in Tokimimotakus Möse rammen*****. Ebenso wenig war Tokimimotaku für das Ende der Welt verantwortlich oder die Rettung selbiger, sie verliebte sich nicht in Vampire oder Werwölfe, konnte die Zeit nicht anhalten und ob sie fliegen konnte, war ebenso unbekannt (es wurde zwar nie das Gegenteil bewiesen, aber das alleine macht noch keine Tatsache aus). Tokimimotaku war seit Jahren nicht mehr aus der Stadt gekommen und erinnert sich nur zaghaft an ihre Kindheit, die von Wiesen und einzelnen Häusern am äußersten Stadtrand geprägt war.

Als die Menschen noch versuchten mit Tokimimotaku zu sprechen (und die Gespräch erfolgreich um die japanischen Außenbeziehungen umschifft hatten), hatte sie Tokimimotaku stets mit Lügen gestraft. Das, was man über Tokimimotaku rausfinden konnte, war dass, was man sah (beginnend mit dem Kopfende): braunes Haar, schulterlang, Fransen, wahrscheinlich selbst geschnitten, hübsches Gesicht, große Augen, schmale Lippen, Unreinheiten an der Wange, darüber Rouge, ansonten kein Make-Up, wahrscheinlich Mitte zwanzig. Schultern umschlossen von einem sehr düsteren T-Shirt oder Hoodie, kommt auf das Wetter drauf an, Goth-Gürtel und Schlabber-Jeans und keine Schuhe. Normale Figur und etwas kurze Beine, was passt, den Tokimimotaku lügte******. Das tut sie natürlich nicht immer, aber so oft es geht. Sollten Sie also jemals einen Fuß in McCherry verstaubtes Antiquariat setzen, fragen sie die hübsche junge Dame am Tresen nach der Uhrzeit. Sollte sie Ihnen die richtige Antwort geben, haben sie wahrscheinlich das falsche Geschäft betreten.

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* N wie Nadine, Natascha, Nicole, Nelle, Nina, Nathalie, Nadja, Nena, Niemand, Nobody, Nothing usw. Vielleicht verstehen Sie ja, worauf sie hinaus will

** Wenn Sie die Wahrheit wollen, sollten Sie N fragen. Toki wird sie Ihnen nicht verraten.

*** Eine Charakterfrage: Für Tokimimotaku, die fest an das Nachleben aber nicht an Wiedergeburt glaubte, war es sehr wichtig, wie die Leute sie in Erinnerung behalten würden. Das hatte den Grund, dass Tokimimotaku davon ausging, dass das Jenseits sich aus den Erinnerungen der Hinterbliebenen zusammensetzte und seien es noch so unbedeutende Randfiguren, die sie mit sich trugen. So wollte Tokimimotaku ein mystisches, nicht all zu sinistres, geheimnisvolles und lustvolles Nachleben in Betracht ziehen und gewahr sich die Freiheit, ihre Person um einen solchen Charakter zu erweitern. Tokimimotaku war ein guter Mensch, freundlich, manchmal etwas lästig und langweilig, doch ihre natürliche Art zeugte von keinerlei Böswilligkeit, also hätte sich Tokimimotakus Theorie um das Jenseits bewahrheitet, hätten sie sich nicht all zu viele sorgen machen müssen. Leider hat das lebenslange Verhalten kaum Auswirkungen auf den Standard den man im Nachleben erwarten konnte und keiner von uns wird für seine Sünden bestraft.

**** Ich weiß, was sie denken und ja, der Satz klingt wie ein billiger Cliffhanger, mit dem Hauch einer Vorahnung, dass da noch was Überraschendes/Schockierendes/Erklärendes/etc kommt, aber was soll ich machen. Sie redet nun mal nicht darüber – niemals – und ja, alles was sie heute ist, hat zum Teil seinen Ursprung in den Ereignissen, die sich zugetragen haben, als wir Toki noch nicht kannten. Aber da sie nichts dazu bringt darüber zu berichten, belassen wir es dabei und Sie sollten das auch. Dead End. Dem hier wird nichts mehr hinzugefügt.

***** Wobei eine gewissen Notgeilheit durchaus vorhanden sein musste, denn Tokis dadaistischen Gedichte, waren eine Tour de Force und anders konnte sich niemand erklären, wer sich durch ihren Blog quälte. Toki war auch überaus gespannt auf Feedback – interessanterweise bekam sie von ihrem Umfeld nicht besonders viel –  so dass man sich auf ein umfassendes Gespräch vorbereiten musste, wenn man sich mal positiv über ihre Haikus äußerte.

***** Wir alle lügen, dass ist keine Überraschung, doch es ist eines der Merkmale, die einem sofort auffallen, wenn man Toki kennenlernt. Sie kann kaum drei Sätze über sich sprechen, die nicht totaler Bullshit sind. Man nennt das glaub ich pathologisch.

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Kill List (2011) – [notitz]

im endeffekt war ich dann doch etwas enttäuscht. diese wird aber glaube ich nicht lange halten, weil ich stück für stück begreife, dass KILL LIST keine exploation ist, sondern eine böse, düstere allegorie mit – wahrscheinlich? – tiefer symbolik und einer sehr dunklen tonart. jetzt, wo ich weiß, was mich erwartet, kann ich das nächste mal den film in seiner finstren pracht genießen, ohne dabei angespannt zu warten, was als nächstes passiert.

Kill Lst

It doesn’t feel wrong. They were bad people. They should suffer.

Zugfahrt

Alle großen Geschichten handeln von Liebe. Von Liebenden. Von Verliebten und einmal geliebten. Wenn es etwas gibt, dass alles überdauern wird, ist es die Liebe. Sagen sie.

ein/blick

Getaggt mit ,

Z

„Schließe die Augen, wenn du es nicht sehen willst.

Hör nicht zu, wenn du es nicht wissen willst.“

Lese ab hier nicht weiter

Getaggt mit

als ich dich so nannte, konntest du nur lachen

Das klingt jetzt vielleicht merkwürdig, aber ich muss dich leider bitten, den nächsten Absatz zu überspringen, da er nicht für dich bestimmt ist. Dies gilt natürlich nur für die Leser dieses Buches, die mich nicht kennen; sollte die Person, die diese Zeilen ließt mich kennen und zudem auch noch auf den schönen Vornamen Sara hören, möge diese bitte unter höchster Dringlichkeit weiter lesen:

  ein/blick

Getaggt mit

Ende [working title]

[0] Es ist wird klarer Tag, denkst du dir, du siehst wie die Schatten sich in die Gassen zurückziehen und sich die Sonnenstrahlen stetig in der Stadt ausbreiten. Große Teile der Hauptstraßen sind bereits überflutet, doch der Tag bleibt still und jetzt wo du sehen kannst, was dich umgibt, wünscht du dir wieder die Nacht herbei. Die letzten Stunden, in denen du keinen Schlaf gefunden hast, bist du durch die Stadt geschlendert, hast Orte besucht, die dich an die letzten Jahre erinnert haben, hast die Dunkelheit genossen und die Auswirkungen des Unglücks ignorierst. Ab und zu bist du über einige Körper gestolpert, doch der damit verbundene Schrecken ist schon lange erloschen, das dunkle Herz dieser Stadt ist dein letzter Freund geworden. Die Zeit der Finsternis ist die schönste, da du die Augen nicht verschließen musst, du brauchst deinen Blick nicht von den herumliegenden Menschen abwenden und das Bewusstsein der Einsamkeit nicht völlig ignorieren. Zu denken, in der Nacht sei man nicht alleine, ist ein Segen, gefährlich, das weißt du, da die Angst andere Menschen zu treffen größer werden kann, als diese tot auf den Straßen liegen zu sehen.

Manchmal wachst du auf, da der Schein eines entfernten Feuers (oder ist es ganz in der Nähe?) dich erschreckt, ein blasser Schein am Himmel der aus einem unauffindbaren Winkel dieser Stadt dringt, und du sagst dir, dass dieses Feuer zufällig entstanden ist, ein Feuer von unbekannten Ursprung und dass du diesem Feuer folgen musst, weißt aber, dass du dich mit jeder Straßenecke davon entfernst, weil. Weil überall Menschen sein könnten, und dieses Feuer sie anziehen könnte, sofern es nicht sogar von ihnen ausgeht. Und so wartest du angespannt die letzten Stunden Dunkelheit in einer Gasse, einem verlassenen Haus, einer abgelegenen Tankstelle oder in einer ehemaligen Schule, Gebäude, an denen die Fenster noch ganz sind, die Türen verschlossen und du der letzte sein wirst, der dort gewaltsam einbrechen wird.

Du meidest Häuser, deren Eingänge von innen aufgebrochen wurden und suchst Gegenden ab, die du früher umgangen hättest. Am Tag zu schlafen hast du schon lange aufgegeben, da das gleißende Licht der Sonne die wach hält, die brennende Stille und das unverfälschte Bewusstsein sich nicht abschalten lässt.

Überall liegen Leichen und du willst deinen Blick abwenden. In den Supermärkten liegen sie, vor verfaulten Obst und Fleisch und du watest durch Körper, damit du die Konserven erreichst. Bohnen, eingelegtes Fleisch, Bratensaft, Abscheulichkeiten deren Ablaufdatum in weiter Ferne liegen, und du fragst dich, ob du sie vorher alle verbrauchen wirst, oder ob sie irgendwann ebenso verfaulen, wie das ehemals frische Gemüse, dessen Gestank bis zu deinem Regal dringt. So oder so. Deine Tage sind gezählt, Arschloch, steht auf einer Dose geschmackloser Pfirsiche, die du in dich hinein würgst und deren ekelhaften Geschmack du mit einem tiefen Zug Jack Daniels runter spülst. Betrunken rennst du durch den Markt und zertrümmerst ein paar Flaschen teuren Alkohol, da sowieso alles gleich schmeckt, alles gleich riecht und jeder Tag ist das selbe, nur das die Angst wird immer größer, bis du auch Nachts keine Ruhe mehr hast und du dich nur noch mehr betrinkst, und der Schrecken immer größer wird und die Hoffnung, dass diese Hölle ein Ende hat stetig schwindet.

So oder so. Du bist alleine und deine Tage sind gezählt, Arschloch.

ein/blick

Der Stimmensammler

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Beschreiben Sie sich anhand von zehn Adjektiven.

Versuche freundlich zu bleiben. Lasse ihn ausreden. Zähle bis Zehn. Hole tief Luft. Schließe die Augen, kurz, ohne dass er es bemerkt, öffne deine Lider und blick ihm direkt in sein Gesicht. Achte nicht auf Dinge, die man wieder erkennen könnte, beachte weder seine zerkratzte Haut, noch seine aufgesprungenen Lippen. Achte nicht auf seine Zunge, die in seinem Mund auf und ab schnalzt, achte nicht auf seine rauchgelben Zähne, achte nicht auf die zu kleine Nase, nicht auf das rechte Auge, dass umso heller aufblitzt, wenn er seine Wörter wiederholt. Lass seine dunklen Strähnen in sein Gesicht schwingen, sieh darüber hinweg, dass seine Augenbrauen ungleich dick sind, lass dich von dem Ohr, an dem ein Stückchen fehlt nicht beeinflussen.

Achte darauf, was dieses Gesicht in dir auslöst.

Wie heißen sie?

Achte darauf, wie er seinen Namen sagt. Wie oft er ihn wiederholt. Wie er ihn betont, ob er ihn mit Stolz sagt, oder leise vor sich hin trägt. Begutachte nicht sein Gesicht, sondern die Stimme. Sie ist angenehm, wenn er in normaler Lautstärke redet. Sehr tief, leicht vibrierend in den Ohren. Doch wird sie lauter –

Du denkst an seine Zunge, wie sie herum springt, wie sie die laute Vokale aus seiner Mundhöhle schleudert. Wird seine Stimme laut, tut sie weh. Du spürst es im Hinterkopf, wie sich seine Stimme überschlägt und dir leicht in den Nacken zwickt.

Vergiss den Namen nicht. Du kennst den Namen. Du kennst jemanden mit diesem Namen. Du kennst ihn. Und du kennst die Stimme.

Du kennst mich! Du weißt schon! Wann? Letztens. In der Stadt. Ein Freund von.

Ein Freund von. Ich schließe die Augen, presse sie fest zusammen, öffne meine Lider und blicke ihm direkt in sein hässliches Gesicht. Es löst Abscheu in mir aus. Immer. Ich weiß schon.

Sein Name fällt etwas leiser in mein Ohr, fällt in richtigen Winkel hinein, im richtigen Tonfall und im richtigen Moment. Er veranlasst meine Mundwinkel kurz auseinander zu reisen. Ich wiederhole ihn andächtig, zeige ihm jetzt ein breites Grinsen, dass er nicht vergessen wird. Ich weiß schon, atme ich endlich aus und schüttle ihm die Hand.

  ein/blick

Der Erzähler

Ich schwebe. Mein Kopf hängt in diesem Becken aus Unentschlossenheit, Trägheit und Genuss. Mein Körper dreht sich in alle Richtungen, entschlossen sich nicht fallen zu lassen, unentschlossen jedoch, wohin er treiben soll.
ein/blick