Archiv der Kategorie: savingfile

Learning by playing: savingfile #02 – EARTHBOUND

Ich kann rollenbasierende Rollenspiele nicht ausstehen, außer ich bin der Dungeonmaster und die Abenteurer müssen Scheußlichkeiten meiner pervertierten Fantasie besiegen bzw. jene Scheußlichkeiten, die sich die Leute ausgedacht haben, die das Spielleiterbuch geschrieben haben, weil ehrlich! Ich habe echt nicht die Zeit dafür mir Geschichten auszudenken! Man ist nicht für immer arbeitslos außerdem musste ich die letzten paar Wochen EARTHBOUND spielen, weil a) die Welt sonst untergeht (du-duuuh, deswegen musste ich auch) und b) ich einer Theorie nachgehen wollte, die ich vor einiger Zeit auf meiner Lieblingssite für unnecessary trivia gelesen habe. Und dass, obwohl ich rundenbasierende Rollenspiele hasse. Außer die von Nintendo, Pokémon and stuff, man (fucking fanboy shit, demnächst kauf‘ ich mir auch noch den DLC von Mario Kart 8 und die blöden Statuen von Samus and the Gang)! Ich kann nur hoffen, dass sie auch ungeborene Alien Babys in der amiibo-Serie produzieren. Den, hell yeah, EARTHBOUND WAS EIGENTLICH ALS MOTHER 2 IN JAPAN RAUSKAM war uuuur gut!


 Earthbound

1. Kriminalität: Nintendo zwingt mich sie zu bestehlen, wenn ich den Vorgänger EARTHBOUND spielen will: Teil 1 MOTHER oder EARTHBOUND ZERO erschien nie in Europa, d.h. entweder lerne ich Japanisch oder ich spiele den ersten Teil auf einem NES-Emulator. Und ich war so ein guter Junge.

2. Rhythmusgefühl: Wenn ich mich nicht irre, kann man zu diesem Song sehr gut Rumba tanzen. Oder Cha-Cha, aber Cha-Cha kann man zu jedem Scheiß tanzen (mit Ausnahme von Babymetal, hey, hab‘ ich euch schon von Babymetal erzählt?):

3. Brillanz: Diese liegt oft im Verborgenen, doch manchmal schwimmt sie auf einem riesigen Haufen Scheiße daher, wie in diesem Fall YouTube Kommentare (ich weiß, easy target); ein User hat folgerichtig bemerkt, dass die Hotel-Musik (s.o.) doch hoffentlich die Please-Hold-The-Line-Musik der Nintendo-Hotline sein müsste, sofern Nintendo auch nur einen Funken Selbstreflexion besitzt (nein und NEIN!).

4. Sex-Appeal: Wenn er mir mal abhanden kommt, spiele ich einfach dieses Lied. Welches Lied? DAS VERFICKTE HOTEL LIED, MOTHER 2 aka EARTHBOUNDFUCKER! Ich hoffe ihr habt auch alle auf das Video geklickt und euch den smooth-as-fuck Song endlich angehört, ich poste den Scheiß hier nicht zum Spaß (sondern hauptsächlich weil mir die Drogen ausgegangen sind).

5. Apropos Drogen: Auf etwaigen wäre EARTHBOUND sicher noch ein größerer Spaß geworden. Immerhin waren laut JonTron die Entwickler auf LSD, wahrscheinlich.

6. Traumabewältigung: Um das Geld, dass ich in eine Stunde Therapie investieren hätte können, habe ich mir dann doch lieber EARTHBOUND (10€) runtergeladen. Und die verbleibenden 290 investiere ich in Ninteno-Points (get it? Therapie ist TEUER! Puh.) Ness und seine Freunde haben mir zumindest geholfen, öfters ans Telefon zu gehen, wenn meine Eltern anrufen (die Quote beläuft sich auf 70/30).

7. Albträume (mal wieder): Andererseits werde ich das Geld vielleicht doch für Tiefenpsychologie nutzen, immerhin will ich dieses Jahr noch auf den Mond des Todes und letztes Mal wurde ich fiebrig und musste mich übergeben (ernsthaft), hatte furchtbare Albträume (vielleicht) und halluzinogene Nächte (eventuell) als ich MAJORAS MASK gespielt hatte. Komisch geträumt habe ich die letzten Nächte auch, aber eine Verbindung zwischen Nintendo Games und meinen nächtlichen zerebralen Aktivitäten zu ziehen ist wohl etwas gewagt.

8. Zeitraumkontinuum: Oder vielleicht auch nicht, immerhin reist Ness MoFo mit seinem Baseballschläger durch die Zeit und bringt den Zerstörer der Welt dann um, wenn er am schwächsten ist: im Mutterleib (vielleicht). Nach der allgemeinen akzeptierten Theorie (außer von radikalen Nintendo-Fanboys/Pro-Life Aktivisten), befindet man sich am Ende in einer Gebärmutter und macht dem verdächtig nach Fötus aussehendem Endgegner dem gar aus. Das ist nicht nur fucked uuuup, dude, sondern auch irgendwie cool. Mann, kein Wunder, dass diese ganzen Jugendlichen Laute erschießen, nachdem ganzen existenziellen Mist mit dem Nintendo sie bewirft.

Pictured: Unborn Alien Baby.

Pictured: Unborn Alien Baby. Not pictured: Ness and his coat hook.

9. Creepypasta: Man ist schneller in gruseliger Videogame-FanFic/Urban-Legend drin, als man es zugeben möchte. Derzeit zähle ich drei offene Tabs über scary stories, die ich mir noch durchlesen will (Polybius, das Arcade-Game, dass dich wahnsinnig macht!) bevor ich Nintendo die Schuld an meinen Zombie-Träumen gebe. Aber das passiert wohl, wenn man beginnt Abtreibungs-Theorien in Kindervideospielen zu recherchieren. Man möchte übrigens nicht wissen, woher der Designer des Endgegeners seine Inspiration zog.

10. Kafkaesk: Ein Wort, dass ich schon lange kenne aber noch nie richtig benutzt habe. Aber dieses Mal passt es. Wenn ich EARTHBOUND mit einem Wort beschreiben sollte, wäre es eben dieses, wenn ich das Wort aufschreiben sollte, ohne es vorher zu googeln wie man es buchstabiert, wäre es seltsam; alles in dieser Welt ist seltsam, ein verquertes Spiegelbild unserer Welt, die Aufgaben sind – für ein Spiel – befremdend (borge dir „Overcoming Shyness“ in der Bücherei aus, damit das grüne Maulwurfsvolk lernt, mit dir zu kommunizieren – wenn ich so darüber nachdenke, ist das völlig typisch für Videospiele) und die Umwelt ist einem stets feindlich gesinnt. Und damit meine ich nicht die Abstrakte Kunst oder Wildgewordenen Taxis, die einen von Zeit zu Zeit attackieren, nicht nur…

11. Teenage-Angst: Das Thema Earthbounds, habe ich zumindest irgendwo gelesen. Aber Teenage-Angst ist wie Cha-Cha, passt zu allem. EARTHBOUND ist weniger die Angst vor dem Erwachsen-werden, sondern mehr die davor es auch wirklich zu sein. Warum auch nicht, Erwachsene sind arme Looser, traurige Trottel und stupide Mitläufer. Sie beschimpfen dich entweder, oder regen sich über ihren Job auf (und darüber, dass sie lieber zu Hause wären um EARTHBOUND zu spielen). Der Rest? Depressive Säufer, perfide Prostituierte, schlagende Polizisten. Die einzig netten Leute sind die Hunde.

12. Feindbilder: Die besten, die ich je hatte. Von Annoying Old Man zu New Age Retro Hippie, sie sind alle aggro und ich verpass ihnen einen mit meinem Yo-Yo (kein Peniswitz, wie… wie auch?).

 abstract art

13. Gewalt als Pädagogik: Mit meinem Baseballschläger (definitiv ein Penis-Witz!) und der Pfanne und dem Todeslaser (down to earth, I am) mach‘ ich sie alle alle. Furcht spiegeln sich in ihren Augen, die Monster dieser Welt fliehen beim Anblick meiner Statur (halbstark, aber mit Baseball-Cap!) und langsam bekomme ich das Gefühl, dass ich eine prä-adoleszente Version von Alex und seiner Gang bin. Moloko Plus gefällig?

13. Selbstzweifel: Irgendwann musste ich in meinem Unterbewussten gegen meinem schlimmsten Albtraum kämpfen. Das ist keine Metapher. Als mir erklärt wurde, dass jeder eine dunkle Seite besitzt und diese eventuell gewinnt, verwandelte sich die quitschfidelegrasgrünfreundliche Umgebung in einen dunklen Sumpf des Unbehagenthere’s an evil and violent side of you. Fuck. Für einen kurzen Moment musste ich davon ausgehen, dass am Ende nicht Giygas sondern ich das absolute Böse bin. Brr. (Außerdem, things I learned while googling stuff: Ness scheint in einer anderen *hustjapanischenhust* Version in diesem Level keine Hosen zu tragen.)

Creepypasta und jetzt auch noch Fanart. Na toll. © marcotto.tumblr.com/

Creepypasta und jetzt auch noch Fanart. Na toll. Das will ich übrigens als Shirt u/o Poster. © marcotto.tumblr.com

 14. Adult-Life: Es kann nicht oft genug erwähnt werden, aber die Erwachsenen in diesem Spiel sind total hinüber. Entweder muss ich sie aus Knebelverträgen frei kaufen oder sie wollen mich davon überzeugen, dass es vollkommen okay ist, mit Ihnen in ihren Keller zu gehen (obwohl wir nicht verwandt sind, als ob das noch einen Unterschied machen würde). Die ganze Welt leidet unter einer enormen Midlife-Crisis, am besten dargestellt anhand der Vaterfigur, die mich ab und zu anruft um mich daran zu erinnern, wie viel Geld ich am Konto habe. Wie im echten Leben. (Außerdem regt er sich über meine Mutter auf, und behauptet sie arbeite zu viel, aber was anderes als vor der Couch stehen und mir Gulash ins Maul stopfen tut die Dame auch nicht).

 

Fazit gelernter Dinger: Erwachsen werde ich in diesem Leben nicht mehr. Und wer sein Lieblingsessen am Anfang „Penis“ nennt, wird sehr viel Spaß haben.

Alliterations-Bonus: Alien Abtreibungen als Altsein-Allegorie akzeptieren (meh.)

 


EARTHBOUND aka MOTHER 2
(SNES / WiiU Virtual Console)

Advertisements
Getaggt mit , , , , ,